Einige Zeit ist es her, dass ich den letzten Beitrag geschrieben habe. In der Zwischenzeit ist wieder viel passiert, von dem ich euch nun berichten werde.
Vor ein paar Wochen klingelte es bei uns an der Tür und ein freundlicher DHL Fahrer drückte mir ein großes Paket in die Hand, Absender ein Fremder aus Tschechien. Wie sich beim Öffnen des Pakets herausstellte, hat Alice einem ehemaligen indischen Kollegen von Torsten dieses Paket, mit der Bitte um Weiterleitung an uns, übergeben. Dieser gab es einem tschechischen Kollegen auf einen Heimatflug mit. Dieser schickte das Paket dann von Tschechien nach Deutschland.
Der Inhalt: eine Kiste reife, indische Mangos für uns, ein Päckchen Armreifen und Haarspangen von Mayuri an meine Tochter und lauter Antwortbriefe der indischen Patenkinder für die Klassen der Pestalozzi Realschule München.
Ich habe mich selten so über ein Paket gefreut!
Die Briefe habe ich dann an die Schulklassen weiter geleitet, sie haben sich gefreut, dass die Briefkontakte tatsächlich funktionieren!



Anfang Mai habe ich in der Pestalozzi Realschule erneut einen Vortrag über Indien gehalten. Die Klasse 8 hat interessiert und betroffen zugehört und wird sich demnächst entscheiden, ob sie für die Geschwister Akash und Prajakta, die ich ja schon länger betreue, oder eine neue Familie eine Patenschaft übernimmt.
Akash und Prajakta mit ihren ElternDiese neue Familie, die wir ab sofort in Pune betreuen, besteht aus Anita, einer jungen Christin und ihren drei Mädchen.
Die älteste Tochter ist 5 Jahre alt und heißt Shraddha, die Mittlere heißt Samruddhi und das Nesthäkchen ist Sakshi, eineinhalb Monate alt.
Der Vater der Familie ist vor 5 Monaten gestorben, er war starker Alkoholiker.
Nun muss Anita ihre Kids alleine durchbringen. Wir planen der Ältesten die Schule zu bezahlen, die Kinder impfen zu lassen und evtl. Grundnahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, damit die Kids gesund aufwachsen können.
Anita und ihre drei MädchenAuch kümmert Alice sich sehr um Pallawi und den kleinen Akshay, die ja Gott sei Dank Nachbarn von Alice sind.
Akshay, Prijankas Zwillingsbruder, ist ganz tapfer und versucht den Tod seines Papas und seiner Schwester zu verwinden. Seine Patenklasse (Klasse 7 der Pestalozzi-Realschule München)sorgt sich sehr um ihn und hat ihm und seiner Schwester, als sie schwer krank war, einen Brief geschrieben und Geschenke nach Indien geschickt. Es ist für ihn und seine Mutter ein Trost und eine große Hilfe, dass jemand an sie denkt und Pallawi sich weiterhin keine Gedanken um seine schulische Ausbildung machen muss.
Übrigens hat Akshay das vergangene Schuljahr trotz Allem mit der Note 'A' abgeschlossen! Wir haben das kommende Schuljahr für ihn bereits bezahlt.
Pallawi, Akshays Mama, hat einen sehr schlechten CD4 Wert und wird bei der korrekten Medikamenteneinnahme unterstützt, ausserdem versorgen wir sie mit Vitaminen und Spurenelementen in Form von Obst, Gemüse und Fleisch.
Akshay haben wir nachdem Tod seines Vaters noch einmal auf HIV testen lassen- das Ergebnis ist, dass er negativ ist!
Mayuri hat die 8. Klasse erfolgreich mit der Note 'B' beendet und wird ab dem 20. Juni die 9. Klasse besuchen. Wir haben das nächste Schuljahr bereits bezahlt und Bücher, sowie Schulkleidung gekauft.
Auch Mahesh, Ravindra und Prachi, Laxmi, Shreenad, sowie Akash und Prajakta werden in die nächste Klasse versetzt, genau wie der kleine Sonu.
ein aktuelles Foto von Sonu mit seiner Tante, bei der er lebt
Mahesh, Ravindra und PrachiNeha, Mayuris große Schwester, hat die Grundausbildung ihrer Schneiderlehre erfolgreich beendet. Ihr werden wir ein weiteres Jahr Ausbildung bezahlen, damit sie nun die Feinheiten erlernt, um hochwertige Saris und Kurtas zu schneidern.
Leider gibt es auch wieder schlechte Nachrichten:
Alka Punekar, Laxmi und Shreenads Mama, hat sich auf Grund ihrer massiv schlechten CD4 Werte eine Tuberkuloseinfektion zugezogen.
Wir lassen sie dagegen behandeln, allerdings ist sie in einem schlechten Allgemeinzustand..
Laxmi mit ihrer Mama AlkaUlfat Shaikh, ein Moslem der sich um seine Frau, 3 Kinder und seine verwitwete Schwägerin inklusive ihrer Kinder kümmert, hat eins seiner Beine verloren. Er leidet an Diabetes, was uns bislang nicht bekannt war.. Das Bein musste auf Grund seiner Erkrankung abgenommen werden, der Stumpf ist aber mittlerweile gut verheilt.
Wir haben ihm ein Paar Krücken bezahlt und werden uns ab jetzt um seine Medikamentierung kümmern. Es bleibt abzuwarten ob und wie wir ihm dabei helfen können einen Beruf zu finden, in dem er von nun an arbeiten kann.
Ulfat nach seiner AmputationVergangenes Wochenende haben Torsten und ich eine nachträgliche Hochzeitsparty ausgerichtet. Auf dieser Party sind Spenden für unser Pune-Projekt von knapp 400€ zusammengekommen, die wir für die Betreuung von Ulfat, Alka und all den Anderen verwenden werden, die ein wenig Hilfe so bitter nötig haben.
Vielen, vielen Dank euch allen!!!!