Montag, 6. Februar 2012

Alice' Rechner ist repariert, so dass ich nun ein paar Fotos und Informationen nachreichen kann.

Im letzten Eintrag habe ich davon berichtet, dass Akshay der Klasse 8 der Münchner Realschule, die ihn im vergangenen Jahr unterstützte, einen Brief geschrieben hat.
Dabei habe ich aber gar nicht erwähnt, dass er auch dieses Schuljahr wieder eine Klasse haben wird, die für sein Schulgeld, die Medikamente seiner Mutter, Nahrung und Kleidung aufkommen wird:
Nachdem ich im Dezember in der Klasse 5 der Pestalozzi Realschule einen Vortrag über unsere Arbeit in Pune und unsere Patenfamilien gehalten habe, erklärte sich die Klasse bereit, für Akshays Unkosten künftig aufzukommen. Vielen Dank dafür!!

Akshay


Das ist Akshays zu Hause

Naresh, der 15-jährige Junge, für den wir ebenfalls Paten gefunden haben, ist mittlerweile dabei seine Rikschalizenz zu machen. Auch haben wir seiner Mutter Vandana und seiner Großmutter von den erhaltenen Spendengeldern neue Küchenutensilien und Nahrungsmittel gekauft.

Naresh und Vandana


Vandanas neue Küchenausstattung

Chaya und Ganesh, die aidskranken Eltern von Akash und Prajakta, hatten im vergangenen Monat ein paar gesundheitliche Probleme, doch nachdem sie medikamentös neu eingestellt wurden geht es ihnen nun wieder gut.

Ausserdem ist Ende letzten Jahres eine Wand von Ramas Haus eingestürzt. Wir haben das Haus reparieren kassen, so dass er und seine Kids Ravindra, Mahesh und Prachi nun wieder ein festes Dach über dem Kopf haben.

Auch der wieder aufgetauchte Ganesh hat begonnen seine Rikschalizenz zu machen, so dass er bald sein erstes eigenes Geld verdienen wird.

Zum Schluß noch ein Foto von Ulfats Kindern Yasmin (7 Jahre)und Kamron (10 Jahre), die nun auch eine Patenfamilie gefunden haben:

Freitag, 20. Januar 2012

Hallo, ein Frohes Neues Jahr!

Auch in Pune hat das Neue Jahr gut begonnen: Ganesh ist wieder da! Ihr erinnert euch vielleicht an Ganesh, den großen Bruder von unserem Waisenkind Sonu? Er war mit dem Tod seiner Mutter verschwunden und wir konnten ihn damals, trotz einiger Anstrengungen, nicht wieder aufspüren. Jetzt hat er Kontakt zu uns aufgenommen und ist, wie sein kleiner Bruder Sonu, zu seinem Onkel gezogen. Von den allgemeinen Spendengeldern haben wir ihn neu eingekleidet, ihm ein Bett gekauft und ihn medizinisch durchchecken lassen. Gott sei Dank fiel sein HIV Test negativ aus! Da er nicht dazu zu bewegen ist in die Schule zu gehen, werden wir ihm von den Spendengeldern die Ausbildung (Fahrschule) bezahlen, damit er sich demnächst sein eigenes Geld als Rikschafahrer verdienen kann.

ein (leider verschwommenes, dafür aktuelles) Handyfoto von Ganesh

Außerdem haben wir Naresh, einen 15 jährigen Jungen und seine Mama mit in unser Programm aufnehmen können. Nareshs Papa ist vor 10 Jahren an den Folgen von Aids gestorben, Nareshs Mama und er selbst sind leider HIV positiv. Die Zwei sind direkte Nachbarn von Rama und seiner Familie und Alice ist mit Pradeep, einem guten Freund von uns, an diesem Wochenende bei ihnen, um Aufklärung über die Krankheit und die Ansteckungswege zu leisten, damit Naresh weiss, wie er sich als Träger des Virus verhalten muss, um lange gesund zu bleiben und auch niemand Anderen anzustecken. Eine Bestimmung des CD4-Wertes wird in den kommenden Tagen gemacht, damit wir wissen ob die Zwei schon medikamentiert werden müssen oder nicht. Auch wird Alice neue Kochutensilien und Nahrungsmittel mitnehmen, da die Beiden nicht viel zum Leben haben.
Alice hatte im letzten Monat schon einmal mit Naresh gesprochen- der Junge ist total traumatisiert von der Diagnose und hat keinen rechten Lebensmut mehr. Er geht seit Langem schon nicht mehr zur Schule, auch weil er dort total gemieden wurde. Alice hat ihm erklärt, dass mit entsprechender Hygiene, Medikation und Ernährung sein Leben keineswegs vorüber ist und es sieht so aus, als könnten wir ihn dafür begeistern eine Ausbildung zu machen und Mut zu fassen für die Zukunft. Wir werden sehen, was Alice und Pradeep berichten, wenn sie nach dem Wochenende zurück kommen.

Ritu geht es wieder gut, sie besucht wieder die Schule und lernt fleissig.

Vor einigen Wochen bekamen unsere deutschen Patenklassen Post von ihren Patenkindern in Pune, über die sie sich sehr freuten.
Im Februar werden wohl wieder Briefe und kleine Päckchen von den Klassen in Richtung Pune auf die Reise gehen.

Post aus Pune

Akshay, der im vergangenen Jahr von dem Geld unterstützt wurde, was die Klasse 8 (damals Klasse 7) der Pestalozzi-Realschule erwirtschaftet hat, schrieb der Klasse ebenfalls einen Brief (hier übersetzt):

Klasse 8, Tiana – von Akshay

Hi, 7. Klasse,
mir geht es gut, ja, ich gehe sehr gerne in die Schule. In diesem Final-First-Semester-Examen (vergleichbar mit Halbjahrestestaten) habe ich 88 % von 100 geschafft. (entspricht noch Note 1)
Vielen Dank für euren Brief und das, was ihr in deutscher Sprache geschrieben habt. Viele Grüße an Tiana!
Ich gehe um 7:00 Uhr in die Schule und komme um 12:00 Uhr zurück. Um 1:00 Uhr gibt es Essen, dann spiele ich kurz, um 17:00 Uhr gehe ich zum Unterricht (?), um 19:00 Uhr komme ich zurück vom Unterricht.

Sonntags spielt er (schreibt Alice), morgens ab 10:00 Uhr spielt er bis zum Nachmittag. Er spielt Bat Ball, er spielt mit dem Carom-Brett und mit dem Spielzeugauto, das er aus Deutschland bekommen hat. Und er fährt sehr gerne Fahrrad.

Ich vermisse meine Schwester sehr, ich bin sehr alleine. Ich spiele mit dem Nachbarskind.
Danke.
Glückliches neues Jahr!
Tiana und 7.Klasse: Gott segne euch.


Auch wird es so sein, dass Ulfats zwei Kinder demnächst eine deutsche Patenfamilie haben, die für ihre Ausbildung aufkommt. Da die Kleine körperlich/geistig behindert ist (u.a. ohne Zunge zur Welt gekommen und nie gefördert worden), schauen wir gerade, ob wir in erreichbarer Nähr ihres Elternhauses eine Sonderschule für sie finden. Sobald wir Näheres wissen, werde ich berichten.

Allen Spendern noch einmal einen herzlichen Dank für die Unterstützung im vergangenen Jahr! Ich hoffe, wir können auch im kommenden Jahr auf eure Mithilfe zählen und unsere Arbeit fortführen.

Auf Grund technischer Probleme (Alice' Rechner scheint nicht zu funktionieren) kann ich dieses Mal leider keine neuen Fotos vorstellen, sondern nur berichten, was Alice mir telefonisch mitgeteilt hat. Soblad der Rechner wieder geht, werden die Fotos nachgereicht.

Mittwoch, 2. November 2011

Privat sind einige Dinge passiert, so dass ich erst jetzt dazu komme euch über Pune und unser Projekt auf dem Laufenden zu halten.

Im September hielt ich bei Mitarbeitern der Firmen Wipro und Telefonica einen Vortrag über Indien und seine Probleme im Allgemeinen und unser Projekt im Speziellen.
Sie erklärten sich bereit regelmäßig Post und Sachspenden nach Pune zu fliegen. Auch erhielten wir neue Daueraufträge, so dass wir in der Lage sind zwei neue Familien in unser Programm aufzunehmen:

Zum Einen werden wir uns ab sofort um Anita, eine junge Frau, kümmern. Sie ist angestellt als Hausmädchen, aber das Gehalt reicht kaum aus, um sich und ihren 6-jährigen Sohn zu versorgen. Während ihrer Schwangerschaft erkrankte sie an Typhus, weshalb ihr Sohn auf einem Auge blind und geistig behindert ist. Wir werden uns nach einer Schule für ihn umsehen und diese bezahlen.

Anita und ihr Sohn

Weiter werden wir ab sofort Lalita unterstützen, die auf tragische Weise Eltern und Bruder verloren hat und der die Diagnose Knochenkrebs gestellt worden ist.

Ulfat Shaikh, der Mann dem ein Bein amputiert werden musste, hat mit unserer Hilfe einen Chicken Shop eröffnet und verkauft von nun an frisches Fleisch in Daund.

Allerdings gibt es auch wieder Trauriges zu berichten:

Ritu, Alice' Nichte, ist in ihrem Slum von ein paar Männern angegriffen worden und nur knapp einer Vergewaltigung entkommen. Sie kann zur Zeit nicht zur Schule gehen, sondern muss erst einmal wieder genesen.

Alka, die Mama von Shreenad und Laxmi, ist vor drei Wochen gestorben.. Alice war in ihren letzten Tagen und auch kurz nach ihrem Tod für jeweils einige Tage bei der Familie und hat Trost gespendet und alle notwendigen Dinge in die Wege geleitet.
Es tut mir unendlich leid für Alkas Kinder, doch bin ich auch irgendwie froh, dass Alka nun nicht mehr leiden muss. Sie hat das letzte Jahr so viel ertragen müssen und niemand hat geglaubt, dass sie noch so lange durchhält. In ihren letzten Tagen hat sie nur noch gebrochen, hatte Durchfall und furchtbare Krämpfe, so dass der Tod eine Erlösung für sie war..
Wir sind für ihre Beerdigung aufgekommen, wissen die Kinder sicher bei ihren Großeltern, werden sie weiterhin monatlich besuchen.

Alka (rechts) kurz vor ihrem Tod

Montag, 1. August 2011

Vergangenen Monat hatten wir wieder die Möglichkeit Briefe der Münchner Schulklassen nach Pune zu transportieren. Der Kontakt zu Jörg kam durch meine sehr engagierte Freundin Susanne zustande. Jörg musste beruflich nach Pune und stellte sich uns als 'Postbote' zur Verfügung.

In Pune angekommen übergab er die Briefe nicht einfach an Alice, sondern nahm sich die Zeit zu ihr nach Hause zu fahren und sie ihr zu bringen. Bei der Gelegenheit konnte er auch gleich Alice und ihre Familie kennen lernen, die ihm einige der Familien vorstellte, die wir in Pune unterstützen. Wie er den Besuch bei Alice im Slum von Bopodi/ Pune erlebt hat, könnt ihr hier nachlesen:

http://www.joerg-hecker.name/index.php?option=com_content&view=article&id=66:pune-slum&catid=14:neuigkeiten&Itemid=7


Jörg mit Alice und ihrer Mutter bei ihnen Daheim


Bei Mayuri (im weißen T-Shirt) und Neha (in blauer Kurta hinter Mayuri) zu Hause

Dank zweier großzügiger Spenden sind wir in der Lage Anita und ihren drei Kindern mit Nahrungsmitteln und gegebenenfalls Medikamenten durchs kommende Jahr zu helfen und auch die Schule der kleinen Shraddha zu zahlen.

Alice und Anita mit ihren drei Mädchen

Auch sind wir durch die Spenden nun in der Lage einer weiteren Familie zu helfen. Im kommenden Blog werde ich berichten, wo und wie das Geld eingesetzt wird.

Matthias, ein Arbeitskollege von mir, wird Ritu (rechts im Bild, zusammen mit ihrer Mutter und Alice) ihre weitere Schul- und Berufsausbildung finanzieren:


Die Patenklasse der Zwillinge Prijanka und Akshay habt nach Prijankas Tod ihrem Patenkind gedacht und in ihrer Schule ein Bild von Prijanka aufgehangen, ein paar Zeilen geschrieben und Blumen aufgestellt. Es war eine sehr liebe Geste und Prijanka und Akshays Mutter ein Trost, dass selbst im fernen Deutschland an ihre kleine Tochter gedacht wird.


Weiter habe ich Nachricht aus Daund:
Alka, Shreenad und Laxmis Mutter, geht es leider nicht gut. Sie hat das letzte Stadium der Tuberkulose erreicht und verfällt zusehends. Wir können nichts weiter tun, als nach ihr zu sehen, sie mit Schmerz- und Nahrungsmitteln zu versorgen und einfach für sie und ihre Familie da zu sein. So fährt der Pfarrer alle paar Tage zu ihr und auch Alice schaut regelmäßig nach der Familie.

Rechal, die Pfarrersfrau bei Alka, ihrer Mutter und den Kindern Laxmi und Shreenad



Ganesh und seine Familie haben die bisherige Regenzeit gut und ohne weitere Krankheiten überstanden, ebenso wie auch Ramas Familie und alle anderen Familien die wir betreuen. Wir hoffen, dass das so bleibt und danken allen Spendern, die uns dabei helfen!


Mittwoch, 15. Juni 2011

Einige Zeit ist es her, dass ich den letzten Beitrag geschrieben habe. In der Zwischenzeit ist wieder viel passiert, von dem ich euch nun berichten werde.

Vor ein paar Wochen klingelte es bei uns an der Tür und ein freundlicher DHL Fahrer drückte mir ein großes Paket in die Hand, Absender ein Fremder aus Tschechien. Wie sich beim Öffnen des Pakets herausstellte, hat Alice einem ehemaligen indischen Kollegen von Torsten dieses Paket, mit der Bitte um Weiterleitung an uns, übergeben. Dieser gab es einem tschechischen Kollegen auf einen Heimatflug mit. Dieser schickte das Paket dann von Tschechien nach Deutschland.
Der Inhalt: eine Kiste reife, indische Mangos für uns, ein Päckchen Armreifen und Haarspangen von Mayuri an meine Tochter und lauter Antwortbriefe der indischen Patenkinder für die Klassen der Pestalozzi Realschule München.
Ich habe mich selten so über ein Paket gefreut!
Die Briefe habe ich dann an die Schulklassen weiter geleitet, sie haben sich gefreut, dass die Briefkontakte tatsächlich funktionieren!









Anfang Mai habe ich in der Pestalozzi Realschule erneut einen Vortrag über Indien gehalten. Die Klasse 8 hat interessiert und betroffen zugehört und wird sich demnächst entscheiden, ob sie für die Geschwister Akash und Prajakta, die ich ja schon länger betreue, oder eine neue Familie eine Patenschaft übernimmt.


Akash und Prajakta mit ihren Eltern

Diese neue Familie, die wir ab sofort in Pune betreuen, besteht aus Anita, einer jungen Christin und ihren drei Mädchen.
Die älteste Tochter ist 5 Jahre alt und heißt Shraddha, die Mittlere heißt Samruddhi und das Nesthäkchen ist Sakshi, eineinhalb Monate alt.
Der Vater der Familie ist vor 5 Monaten gestorben, er war starker Alkoholiker.
Nun muss Anita ihre Kids alleine durchbringen. Wir planen der Ältesten die Schule zu bezahlen, die Kinder impfen zu lassen und evtl. Grundnahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, damit die Kids gesund aufwachsen können.

Anita und ihre drei Mädchen

Auch kümmert Alice sich sehr um Pallawi und den kleinen Akshay, die ja Gott sei Dank Nachbarn von Alice sind.
Akshay, Prijankas Zwillingsbruder, ist ganz tapfer und versucht den Tod seines Papas und seiner Schwester zu verwinden. Seine Patenklasse (Klasse 7 der Pestalozzi-Realschule München)sorgt sich sehr um ihn und hat ihm und seiner Schwester, als sie schwer krank war, einen Brief geschrieben und Geschenke nach Indien geschickt. Es ist für ihn und seine Mutter ein Trost und eine große Hilfe, dass jemand an sie denkt und Pallawi sich weiterhin keine Gedanken um seine schulische Ausbildung machen muss.
Übrigens hat Akshay das vergangene Schuljahr trotz Allem mit der Note 'A' abgeschlossen! Wir haben das kommende Schuljahr für ihn bereits bezahlt.

Pallawi, Akshays Mama, hat einen sehr schlechten CD4 Wert und wird bei der korrekten Medikamenteneinnahme unterstützt, ausserdem versorgen wir sie mit Vitaminen und Spurenelementen in Form von Obst, Gemüse und Fleisch.
Akshay haben wir nachdem Tod seines Vaters noch einmal auf HIV testen lassen- das Ergebnis ist, dass er negativ ist!

Mayuri hat die 8. Klasse erfolgreich mit der Note 'B' beendet und wird ab dem 20. Juni die 9. Klasse besuchen. Wir haben das nächste Schuljahr bereits bezahlt und Bücher, sowie Schulkleidung gekauft.

Auch Mahesh, Ravindra und Prachi, Laxmi, Shreenad, sowie Akash und Prajakta werden in die nächste Klasse versetzt, genau wie der kleine Sonu.

ein aktuelles Foto von Sonu mit seiner Tante, bei der er lebt


Mahesh, Ravindra und Prachi

Neha, Mayuris große Schwester, hat die Grundausbildung ihrer Schneiderlehre erfolgreich beendet. Ihr werden wir ein weiteres Jahr Ausbildung bezahlen, damit sie nun die Feinheiten erlernt, um hochwertige Saris und Kurtas zu schneidern.

Leider gibt es auch wieder schlechte Nachrichten:
Alka Punekar, Laxmi und Shreenads Mama, hat sich auf Grund ihrer massiv schlechten CD4 Werte eine Tuberkuloseinfektion zugezogen.
Wir lassen sie dagegen behandeln, allerdings ist sie in einem schlechten Allgemeinzustand..

Laxmi mit ihrer Mama Alka

Ulfat Shaikh, ein Moslem der sich um seine Frau, 3 Kinder und seine verwitwete Schwägerin inklusive ihrer Kinder kümmert, hat eins seiner Beine verloren. Er leidet an Diabetes, was uns bislang nicht bekannt war.. Das Bein musste auf Grund seiner Erkrankung abgenommen werden, der Stumpf ist aber mittlerweile gut verheilt.
Wir haben ihm ein Paar Krücken bezahlt und werden uns ab jetzt um seine Medikamentierung kümmern. Es bleibt abzuwarten ob und wie wir ihm dabei helfen können einen Beruf zu finden, in dem er von nun an arbeiten kann.

Ulfat nach seiner Amputation

Vergangenes Wochenende haben Torsten und ich eine nachträgliche Hochzeitsparty ausgerichtet. Auf dieser Party sind Spenden für unser Pune-Projekt von knapp 400€ zusammengekommen, die wir für die Betreuung von Ulfat, Alka und all den Anderen verwenden werden, die ein wenig Hilfe so bitter nötig haben.
Vielen, vielen Dank euch allen!!!!

Donnerstag, 7. April 2011

Vergangenen Freitag bekam ich von Alice die Nachricht, dass die Ärzte auf der Intensivstation nichts mehr für Prijanka tun können und sie zum Sterben nach Hause entlassen werden soll.
Dazu kam es leider nicht einmal mehr, da sie am späten Montag nachmittag im Krankenhaus verstarb..

Ich bin tief getroffen und weiss ehrlich gesagt gar nicht, was ich noch schreiben soll.

Vielen Dank der Klasse 7 und der Cafeteria der Pestalozzi Realschule München für ihre Unterstützung, sie ist für den kleinen Akshay, den Bruder von Prijanka, jetzt um so wichtiger.

Wir haben Prijankas Beerdigung bezahlt und werden der Prijankas Mama und ihrem Bruder so gut es geht zur Seite stehen.

Dienstag, 29. März 2011

Ich habe von Alice die Nachricht bekommen, dass Rajus Familie nach seinem Tod nicht zur Ruhe kommt. Prijanka, seine Tochter, ist von einem Straßenhund in die Hand gebissen worden. Sie bekam Fieber und fiel in eine Bewusstlosigkeit, so dass wir sie ins Krankenhaus eingewiesen haben. Mittlerweile liegt sie auf der Intensivstation und die Ärzte sagen, dass es sehr ernst ist. Mittels CT Scan wurde ein Blutgerinnsel im Kopf festgestellt, Bakterien haben sich in ihrem Kopf festgesetzt. Sie ist noch immer bewusstlos und wir hoffen alle, dass sie es schafft.

Für die weitere Behandlung von Prijanka sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Falls ihr also helfen möchtet, spendet auf das Spendenkonto, welches rechts angezeigt wird. Jeder noch so kleine Betrag ist herzlich willkommen und hilft uns und damit Prijanka sehr.

Prijankas Bruder Akshay geht es ebenfalls nicht sehr gut. Er ist am Boden zerstört, weil er erst seinen Vater sterben sah und nun seine Schwester im Krankenhaus liegt. Akshay will gar nicht zur Schule, da er ohne seine Schwester nicht ins nächste Schuljahr versetzt werden will. Zu allem Überfluss hat er selbst momentan eine Mandelentzündung und Fieber, wird aber erfolgreich behandelt.


Prijanka und Akshay im Januar 2011

Pallawi, Prijanka und Akshays Mutter, hat stark abgebaut bei all den momentanen Sorgen. Wir haben sie ebenfalls ins Krankenhaus eingewiesen, wo sie nun Aufbauspritzen bekommt. Ausserdem wird ihr CD4- Wert überprüft, um gegebenenfalls eine antiretrovirale Therapie bei ihr zu starten.
Die Zwillinge werden diese Woche noch einmal auf HIV getestet.

Die Verbrennung von Raju verlief im kleinen Kreis, da niemand aus der Nachbarschaft aus Angst vor einer HIV-Ansteckung teilnehmen wollte (die Menschen sind kaum aufgeklärt über den HI Virus und seine Ansteckungswege). Sie kostete 40€, was mehr als einem Monatsgehalt eines Slumbewohners in Pune entspricht und wurd von uns getragen. Vielen Dank allen Spendern, denn so haben wir Rajus Frau wenigstens die Sorge der Bezahlung einer würdigen Verbrennung nehmen können.


Raju mit seiner Familie Anfang 2010


Es gibt aber auch gute Nachrichten aus Pune.
So ist das infizierte Bein des Mannes, von dem ich das letzte Mal berichtet habe, erfolgreich und komplikationslos amputiert worden. Ihm geht es gut und er ist froh ohne Schmerzen leben zu können. In den nächsten Tagen werden die Fäden gezogen und dann bekommt er von uns eine Gehhilfe. Wir denken, dass er in 2-3 Wochen aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Auch in Daund gibt es nur gute Nachrichten.
Die Abschlussprüfungen der Zehntklässler unserer Schule sind geschrieben. Nach den Ferien werden die Mädchen der ehemaligen Klasse 10 eine Schneiderausbildung bei uns beginnen, die Jungs beginnen einen Computerkurs.

Alka Punekar, die Mutter von Shreenad und Laxmi, kämpft weiterhin tapfer, es geht ihr den Umständen entsprechend gut.
Auch die Witwe Mangel und Rama, der Papa von Prachi, Mahesh und Ravindra vertragen die antiretrovirale Therapie gut. Sie gehen normal arbeiten und fühlen sich sehr gut.

Ganesh Darade macht uns etwas Sorgen, weil er seine HIV Medikation nicht einnehmen will. Pfarrer Ajay ist zur Zeit täglich in der Familie und spricht mit ihm über die Notwendigkeit der Medikamente. Seinen beiden Kindern und seiner Frau geht es aber sehr gut.

Auch um Sonu brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Er hat sich in seine neue Familie gut eingelebt und wird nach und nach immer fröhlicher.
Von seinem Bruder Ganesh fehlt aber nach wie vor noch jede Spur..