Sonntag, 18. Juli 2010

Am Samstag, dem 10. Juli war ich wieder in Daund. Eine Freundin, die ich hier in Pune kennen gelernt habe, hat mich dieses Mal begleitet.
Ziel dieses Besuchs war es, zum Einen das Geld für die Mieten von Büro und Schule und Medikamente zu überbringen, zum Anderen Vijaya zu besuchen und zu sehen, wie es ihr geht und was sie eventuell benötigt.

Als wir bei Pastor Ajay und seiner Frau Rachel eintrafen, empfingen sie uns traurig mit der Nachricht, dass Vijaya am 9.7. nachmittags verstorben sei... Das war erst mal ein Schock. Wir fuhren darauf hin zu ihrem Haus und trafen auf ihre Familie, die, wie in Indien üblich, ab Todestag 5 Tage im Haus der Toten verbleibt und alles Notwendige regelt. Vijayas ältester Sohn Ganesh war, wie wir erfuhren, 2 Tage vor ihrem Tod ausgerissen, er konnte die Situation wohl nicht mehr ertragen. Nun ist der 12-jährige irgendwo in Pune unterwegs und niemand weiß genau wo.. Ihr jüngster Sohn, Sonu, war total verstört. Er ist mit 8 Jahren nun Vollwaise, sein Bruder ist nicht mehr da. Vijayas Bruder wird ihn zu sich nehmen und ihn großziehen, was aber auch bedeutet, dass er ca. 50km weit weg ziehen wird. So muss er also auch noch seine Freunde verlassen und die Schule wechseln.
Wir haben Vijayas Bruder unsere Hilfe zugesagt und werden zu ihm nach Hause fahren und die Familie besuchen, sobald so etwas wie ein Alltag bei ihnen eingekehrt ist und Sonu etwas angekommen ist. Auf jeden Fall werden wir für Sonu das Schulgeld für die neue Schule übernehmen. Was sonst noch getan werden muss, werden wir sehen, sobald wir in ein paar Wochen hinfahren.
Außerdem suchen wir seit mittlerweile einer guten Woche Ganesh in Pune, bisher ohne Erfolg. Wenn wir ihn finden, werden wir überlegen wo er bleiben kann. Entweder er geht ebenfalls zu seinem Onkel, oder wir müssen versuchen hier in Pune eine Bleibe und eine Schule für ihn zu finden.















Ein älteres Foto von Ganesh, Vijayas ältestem Sohn, der nun irgendwo in Pune unterwegs ist.



Der kleine Junge mit dem Kopftuch ist Sonu, 8 Jahre alt.

Nach dem Besuch bei der Familie Bhosle sind wir noch zu zwei weiteren Familien gefahren, die wir betreuen.
Zuerst haben wir einer älteren Frau eine Besuch abgestattet. Sie ist Witwe, ebenfalls HIV positiv und wird von uns mit Medikamenten versorgt. Außerdem haben wir ihr für knapp 1000Rupees (ca. 17€) Nahrungsmittel gebracht. Da sie normalerweise Feldarbeit macht, jetzt durch die Monsunzeit aber arbeitslos ist, hat sie zur Zeit kein eigenes Einkommen.

Mangal vor ihrem Haus

Zuletzt besuchten wir die kleine Nikita. Sie hat vor ca. 8 Wochen ihren Vater durch Aids verloren und wohnt nun bei ihren Großeltern. Ihre Mutter, HIV positiv, ist nach dem Tod ihres Mannes zurück zu ihren eigenen Eltern gezogen und hat zwei Kinder mitgenommen. Nikita ließ sie zurück, das Mädchen ist nämlich ebenfalls HIV positiv. Ihre Blutwerte sind mittlerweile so schlecht (< href="http://de.wikipedia.org/wiki/CD4-Rezeptor" title="CD4-Rezeptor">CD4-Zellen/Mikroliter), dass bei ihr nun eine antiretrovirale Therapie gestartet wird ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hochaktive_antiretrovirale_Therapie ).
Wir ließen Spielzeug, Süßigkeiten und Nahrungsmittel dort, ab jetzt wird sie von uns mit Medikamenten versorgt.



Nikita, 7 Jahre alt, mit ihrer Oma.


Am kommenden Mittwoch (21.7.) werde ich mich mit dem Pastor und ein paar der HIV infizierten hier in Pune im Krankenhaus treffen- es werden Blutbilder erstellt, um einen Status über die Infektion zu bekommen und ggf. eine Behandlung einzuleiten.
Ausserdem geht die Suche nach Ganesh weiter...

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