Sonntag, 18. Juli 2010

Hallo ihr Lieben,
wie ihr wisst, lebe ich mit meiner Familie seit nun schon etwa 9 Monaten in Indien. Das Leben hier ist spannend, das Land laut und bunt- aber leider nicht für alle, die hier leben. Etwa jeder fünfte Mensch in Pune lebt im Slum. In diesen Gebieten gibt es weder Frischewasserversorgung, noch Kanalisation. In den meisten Häusern befindet sich kein Bad, es muss die öffentliche Toilette benutzt werden. Kinderarbeit hier an der Tagesordnung, auch haben viele Familien nicht die finanziellen Mittel um ihre Kinder zur Schule schicken zu können.
Ich habe dieses Leben in den Slums durch Alice, eine Inderin, die mittlerweile zur Freundin geworden ist, kennen gelernt.
Alice lebt selbst in einem Slum, hat keine schulische Ausbildung und lebt mit ihrer Familie von monatlich umgerechnet ca. 60€. Sie ist evangelisch erzogen und schreibt den Begriff der Nächstenliebe groß in ihrem Leben. 1/10 ihres Gehalts verwendet sie Monat für Monat, um Obdachlosen auf der Straße warme Mahlzeiten zu kochen oder ihnen Decken zu schenken.
Kennen gelernt haben wir Alice, als wir für unsere Amy eine Babysitterin suchten. Sie war von dem Zeitpunkt an regelmäßig bei uns und ich erfuhr davon, was sie für Andere alles tut. Ich war tief beeindruckt von ihrer Liebe zu anderen Menschen und der Beharrlichkeit, mit der sie versucht das Leid der Menschen um sie herum zu mildern. Gleichzeitig war ich tief beschämt davon, was ich in dieser Hinsicht in meinem Leben vorzuweisen hatte.
Alice machte mir den Vorschlag sie zu begleiten und die Menschen kennen zu lernen, um die sie sich kümmert.
Die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft, mit der ich überall empfangen wurde, waren unglaublich. Gleichzeitig waren die Verhältnisse, in denen die Menschen hier lebten so furchtbar, dass diese Begegnungen mich nicht mehr los ließen.
So kam es, dass ich seit dem zusammen mit Alice, ihrer Nichte Ritu und Ajay, einem evangelischen Pfarrer, versuche dieses Leid zu mildern.


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Unser Team aus Helfern: (v.r.) unser Pfarrer Ajay mit Sohn, Alice, ich, die beiden freiwilligen Lehrerinnen, einige Helfer aus dem Slum (die Köchin, Priya, die Näherin der Saris mit Mann), meine Freundin Bianca aus Deutschland und Ritu.

Wir begannen mit Geld aus meiner Familie einigen dieser Familien zu helfen.
Wir bezahlten Schulgelder, kauften Betten, kauften Kleidung etc.
Mit finanzieller Hilfe von Familie und Freunden aus Deutschland konnten wir bis jetzt folgende Dinge erreichen:

• Die Zwillinge Akshay und Prijanka, 5 Jahre alt, besuchen mittlerweile die 1. Klasse einer Grundschule in Pune. Ihre Eltern, beide HIV positiv, verfügen nicht über die finanziellen Mittel dies zu tun.

Raju und seine Frau Pallawi mit ihren Zwillingen Akshay und Prijanka

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• Mayuri, 11 Jahre alt, kann weiterhin zur Schule gehen und muss nicht ohne Abschluss abbrechen. Ihre Mutter ist durch Arbeitslosigkeit (sie ist Aidskrank) nicht in der Lage die Schulgebühren zu zahlen, der Vater ist vor einigen Jahren an Aids gestorben.
• Neha, 14 Jahre alt, Mayuris ältere Schwester, hat eine Ausbildung zur Näherin begonnen und besitzt jetzt eine eigene Nähmaschine.

Neha (links) und Mayuri (rechts) mit ihrer Mutter


Als Dank für unsere Hilfe wurden wir bekocht- Mayuri hilft Amy beim Essen

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• Für Sejal, 5 Jahre alt, Autistin, haben wir eine Schule gefunden und bezahlt, auf der sie gefördert wird und so die Chance bekommt, später ein selbständiges Leben zu führen.
• In Daund, einem Dorf 2 Autostunden von Pune entfernt, haben wir einen Klassenraum angemietet. Dort werden 54 Kinder von zwei ehrenamtlichen Lehrerinnen in Englisch, Hindi, Marathi, Mathematik und Geographie unterrichtet. Diese Kinder kommen 3x die Woche zur Schule, so dass sie neben der Arbeit die Chance bekommen, eine Schulbildung zu bekommen.

Unsere angemietete Schule


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• Alle 54 Kinder bekamen Schulranzen, Stifte, Hefte, Wasserflaschen.

Unsere Schulkinder mit ihrer neuen Schulausrüstung



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• Der Klassenraum bekam Teppiche, auf denen die Kinder während des Unterrichts sitzen und Pult samt Stuhl für die Lehrerin.
• Ebenfalls in Daund wurden 50 Betten samt Kissen und Laken an mittellose Familien verteilt.
• In Daund bekamen 50 Witwen (ohne Versorger in der Familie landen die Meisten armen Frauen auf der Straße) einen neuen Sari.


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• Auch riefen wir eine Anlaufstelle für HIV positive Menschen ins Leben. Im dafür angemieteten Büro finden alle 2 Wochen Treffen statt, bei denen Probleme der Familien besprochen und Aufklärung in Sachen HIV betrieben werden. Auch werden Medikamente ausgegeben um das HIV Virus in Schach zu halten bzw. Medikamente ausgeteilt gegen die Krankheiten, die ein nicht richtig funktionierendes Immunsystem mit sich bringt.

HIV-Treffen in unserem Büro in Daund

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• Es werden nach Bedarf Grundnahrungsmittel an die Familien HIV positiver Menschen ausgegeben, um auch trotz momentaner Arbeitslosigkeit eine Grundversorgung gerade der Kinder aufrecht zu erhalten. Im Moment versorgen wir Vijaya und ihre 2 Jungs permanent mit Grundnahrungsmitteln, da der Vater der Kinder bereits an Aids gestorben ist und die Mutter durch ihre Aids- und Tuberkuloseerkrankung ans Bett gefesselt ist.

Vijaya mit ihrem jüngsten Sohn Sonu

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Vijayas Haus

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• Wir besuchen die Familien der HIV positiven Männer und Frauen die wir betreuen regelmässig, da manche je nach Krankheitsstatus nicht in der Lage sind, sich Medikamente und/ oder Lebensmittel im Büro abzuholen.



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Der angemietete Sprinter wird erneut mit Hilfsgütern für Daund- dieses Mal 50 Betten und Schulutensilien- vollgepackt.


Mit Ritu und Alice auf dem Weg nach Daund- ohne sie wäre die ganze Hilfe nicht möglich.

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Raju und Sunil, unsere freiwilligen Helfer. Sie haben selbst nicht viel und sind immer wieder bereit mit anzupacken, wenn Dinge nach Daund gebracht werden müssen.

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Wir haben schon viel erreicht in den letzten Monaten. Damit wir den Kindern auch in den nächsten Jahren ihre Schulen bezahlen können und die monatliche Arbeit in Daund fortgeführt werden kann, sind wir auf Spenden angewiesen.

Vielleicht habt ihr das Bedürfnis auch ein wenig mitzuhelfen und hier in Indien zumindest für einige Familien etwas zu verändern. Daher hoffe ich, dass ich einige von euch davon überzeugen kann uns finanziell ein wenig zu unterstützen. Wir sind dankbar für jeden Cent der eintrifft, egal ob Einmalspende oder gar ein Dauerauftrag. Das gesammelte Geld geht zu 100% an die Menschen für die es gedacht ist, da wir keine Unkosten decken oder Gehälter bezahlen müssen und auch keine Überweisungsgebühren nach Indien anfallen.
Falls ihr euch entscheidet die Kinder in Daund, Mayuri, Neha, Akshay, Priyanka und deren Familien zu unterstützen, könnt ihr die Bankverbindung des Spendenkontos bei mir erfragen.

Jeder Euro zählt: 2,50€ kostet das Schulgeld für ein Kind pro Monat, ca. 40€ im Monat reichen aus, um eine 4-köpfige Familie einen Monat lang mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Ich danke euch schon jetzt dafür, dass ihr mir helft zu helfen!
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Liebe Grüße,

Miri

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