Sonntag, 5. September 2010

Vergangenen Samstag hat uns Arlene, eine Freundin hier aus Pune, nach Daund begleitet. Sie hat Hefte, Stifte und Nahrungsmittel gekauft, die wir zu unserer Schule und den Leuten nach Hause gebracht haben.

Nach dem obligatorischen Frühstück bei Pfarrer Ajay und seiner Familie ging es zum kleinen Sonu, der ja nun bei seinem Onkel wohnt. Wir haben uns die Schule angeschaut in die er jetzt geht und ihn in seinem neuen zu Hause besucht. Sonu macht einen guten Eindruck, er gewinnt langsam seine Fröhlichkeit zurück und lernt fleissig. Wir haben ihm eine neue Matratze plus Überzug mitgebracht und einen Cricketschläger. Er hat sich sehr drüber gefreut und kann jetzt mit seinen neuen Freunden aus der Nachbarschaft Cricket spielen (Cricket ist hier in Indien Nationalsport, wie bei uns Fussball). Pfarrer Ajay schaut weiter alle 2 Wochen nach Sonu und stellt sicher, dass er gut in seiner neuen Familie zurecht kommt. Als wir ihn besucht haben, hatte er die neuen Sachen an, die wir ihm vergangenen Monat von den Spendengeldern gekauft haben. Vielen Dank noch einmal für eure Unterstützung!



Sonu mit seinem neuen Cricketschläger




Sonu (rechts) mit seiner Ziehmutter und seinen neuen Freunden vor dm Haus seines Onkels


Nach dem Besuch bei Sonu sind wir zu Alka Punekar gefahren, eine junge Frau, die wir ab jetzt ebenfalls unterstützen wollen.
Alka ist 28 Jahre alt, sie hat einen Sohn (Shreenad, 12 Jahre) und eine Tochter (Laxmi, 10 Jahre alt), mit denen sie bei ihren Eltern lebt. Ihr Mann starb 2001 an Aids und sie ist ebenfalls HIV positiv. Beim letzten Bluttest kam heraus, dass ihr CD4-Wert bei 220 liegt, weshalb sie ab Ende September ebenfalls eine antiretrovirale Therapie starten wird. Wir werden sie hierbei unterstützen, Untersuchungen und Reisen zum Arzt nach Pune zahlen, der Pfarrer wird ihr die notwendige Medizin vorbei bringen und nach ihr schauen. Ausserdem werden wir die Familie mit Nahrungsmitteln versorgen, da ihre Eltern, die sie und ihr Kinder mit versorgen, als Bauern nicht genug verdienen.



Alka und ihr Sohn Shreenad vor der Hütte ihrer Eltern


Nach einem reichhaltigen Mittagessen mit Pfarrer Ajay und seiner Familie sind wir schnell bei Ganesh Darade vorbei gefahren, um nach ihm und seiner Familie zu sehen. Die Familie liegt mir sehr am Herzen, weil es einfach total herzliche und liebe Menschen sind. Wann immer wir nach Daund fahren, kommt Ganesh schnell an unserer Fahrtroute entlang, um und einen Tee auszugeben und uns etwas Obst für die Fahrt mitzugeben. Ganesh war am Samstag leider arbeiten und somit nicht zu Hause, aber wir trafen kurz seine Frau und die zwei Kids. Seine Tochter lag ja vergangenen Monat mit Malaria im Krankenhaus, mittlerweile ist sie aber wieder gesund und geht auch wieder zur Schule.



Ganeshs Tochter hat die Malaria überstanden


Leider konnten wir nur ganz kurz bei den Darades bleiben, da wir schon spät waren und noch an unserer Schule vorbei mussten. Dort hatten sich 80 der 110 Schüler eingefunden, um uns etwas vorzuführen. Ich war total gespannt was uns erwartet.
Als wir mit einstündiger Verspätung dort ankamen, warteten die Kinder und Leherinnen schon auf uns. Jedes Kind hatte ein Lied, Gedicht oder eine kleine Geschichte einstudiert, die es uns vortrug. Die Kleinen zum Beispiel hatten sich Tiermasken aufgesetzt und stellten das jeweilige Tier dann auf englisch vor. Joy (6 Jahre) zum Beispiel sagte:' I am a Lion. I am a dangerous animal.'). Andere Mädchen stellten sich als Gemüse vor (zum Beispiel: 'I am a Tomato. I am healthy vegetable. You can use me for making sauces.') oder sangen Kinderlieder ('Row, row, row your boat' und viele Andere). Sie waren alle ganz aufgeregt und haben ihre Sache total gut gemacht. Ich war richtig gerührt!



Die Kids waren vor ihren Vorführungen alle ganz aufgeregt




Joy hat sich als Löwe verkleidet



'Row, row, row your boat gently down the stream...'


Nachdem die Kinder uns gezeigt hatten, was sie alles gelernt haben, ging es ans Verteilen neuer Hefte und Stifte. Jedes Kind bekam ein Teil und natürlich gab es auch für jeden ein paar Süßigkeiten, die Arlene verteilte.



Arlene verteilt Hefte und Süßigkeiten an die Kinder

Noch ein kurzes Update zu Sonali: Ihr geht es, dank der Aubauinfusionen, mittlerweile etwas besser, sie ist wieder etwas zu Kräften gekommen. Das Aids-Medikament verträgt sie allerdings noch immer nicht gut, so dass sie sich weiterhin viel erbricht etc. Leider hatten wir am Samstag keine Zeit mehr sie zu besuchen, aber nächsten Monat werden Alice und ich einmal bei ihr und ihrer Mutter vorbei schauen.

Ganesh, Sonus Bruder, ist noch immer nicht aufgetaucht.. Wir haben herausgefunden in welchem Hotel er arbeitet, aber als Pfarrer Ajya und Sonus Verwandte dort hin fuhren, war er verschwunden. Er ist mal wieder weggelaufen und hat sich einen neuen Job gesucht, er möchte einfach nicht zurück ins Dorf. Seit dem er nicht mehr in dem Hotel arbeitet, hat er sich auch telefonisch nicht mehr gemeldet.. Es wird dadurch nun immer schwieriger Ganesh zu finden, aber wir geben nicht auf.

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