Ich war völlig geplättet! Als ich letzten Samstag zu Pfarrer Ajay fuhr, bin ich davon ausgegangen, dass es ein Besuch wie immer wird. Pustekuchen!
Alice und Pradip, unser Fahrer, der auch jedes Mal mit nach Daund kommt, haben herausgefunden, dass ich vor 2 Wochen Geburtstag hatte. Und so haben sie still und heimlich eine Geburtstagsfeier für mich organisiert. Ich kam nichtsahnend in unser Office rein- da hing ein riesiges Geburtstagsplakat! Anstatt Frühstück wurde ein Geburtstagskuchen für mich herein getragen und ich bekam Geschenke! Bei einem Ständchen ihrerseits durfte ich ein super schönes Kleid auspacken, dann wurde ich mit Kuchen gefüttert. Ich war total gerührt davon, wie viel Arbeit sie sich extra für mich gemacht haben. Auch Amy wurde nicht vergessen, für sie lag auch ein Geschenk dort, welches ich ihr abends mit nach Hause gebracht habe.
Aber das Beste Geschenk kam noch: Wir sind nun ein eingetragener Verein hier in Indien! Pfarrer Ajay ist nun offiziell ein Social Worker und wir haben nun einen Namen und einen eigenen Briefkopf. Ab jetzt wird das Government unsere Arbeit regelmäßig kontrollieren, unser Projekt ist erwachsen geworden. Zur Feier des Tages durfte ich die ersten offiziellen Briefseiten mit unserem Briefkopf auspacken. Das war ein tolles Gefühl, man ich hielt unsere Arbeit schwarz auf weiß in den Händen.
Pfarrer Ajay hat sich gefreut wie ein kleines Kind, als er mein verdutztes Gesicht sah
Die Überraschung von Alice, Pradip, Pfarrer Ajay, Rechal, Joy (unten) und Soni, Alices Freundin, war gelungen
Die ersten offiziellen Formulare des 'Miriam Social Trust'- wahnsinn!
Nach dem Kuchen essen fuhren wir zu Shoba, der zweiten Lehrerin unserer Schule, wo wir einen kleinen Gottesdienst abhielten und danach noch etwas plauschten.
Weiter ging es danach zu Housa, einer HIV positiven Frau, die wir mit betreuen. Housa geht es gut, sie macht die antiretrovirale Therapie und verträgt sie gut. Da sie aus einer wohlhabenden Familie kommt, unterstützen wir sie nicht mit Nahrungsmitteln, sondern schauen nur wie es ihr geht, begleiten sie zu Arztterminen nach Pune und bringen ihr die Medikamente nach Hause.
Sie lebt in einem Haus neben ihren Eltern, die wohlhabende Bauern sind. Wir wurden am Samstag durch die Felder der Familie geführt und man erklärte uns, was angebaut wird. Neben Mais, Linsen, Weizen, Zitronen, verschiedenen Früchten und Zuckerrohr bauen sie auch Chillis an und Alice, Pradip und ich bekamen frisches Obst und Gemüse vom Feld mit nach Hause. Es war unheimlich interessant und schön zu sehen, dass es auf dem Land nicht nur die Armut gibt, die wir sonst immer zu Gesicht bekommen.
Nächsten Monat werden wir für 2 Tage nach Daund fahren und die Familie hat uns dann zu einem Picknick auf ihrem Hof eingeladen. Ich freue mich schon sehr darauf!
Beisammensein in Shobas Haus
Housa und Alice vor einem Zitronenbaum
Unterwegs in den Feldern
Housas kleiner Bruder zwischen Ringelblumen, die auf den Feldern wachsen
Leider gibt es aber auch nicht so gute Nachrichten: Sonali, ich habe schon öfters von ihr berichtet, ist gestorben.. Sie hatte druch diese Krankheit einen Gehirntumor bekommen und sich selbst völlig aufgegeben. Wir haben ihre Verbrennung bezahlt, da ihre Eltern kaum dafür aufkommen konnten. Der Betrag belief sich auf ca. 40€, vielen Dank an alle die gespendet und ihr somit eine letzte Ehre erwiesen haben.
Weiter haben wir die Krankenhausrechnung von Ganeshs Frau beglichen. Sie ist ja ebenfalls HIV positiv und letzten Monat an Malaria erkrankt. Durch ihren geschwächten Allgemeinzustand verlief die Malaria bei ihr recht schwer und sie war gut eine Woche im Krankenhaus und bekam neben Malariamedikamenten auch Aufbauinfusionen. Nun geht es ihr aber wieder gut und sie ist zu Hause bei ihrer Familie. Die Krankenhausrechnung belief sich auf gut 50€, vielen Dank an alle Spender!
Zum Schluß noch ein paar positive Nachrichten: Arlene hat eine Tafel für unsere Schule in Daund gekauft, die wir demnächst dort hin bringen werden. Außerdem kommen sie und ihr Mann für einen Anstrich der Schule auf. Dieses wird ca. im Dezember geschehen, da der Vermieter vorher noch einige Reparaturen an der Schule vornehmen wird. Sobald die Schule hergerichtet ist, werde ich einige Fotos her einstellen.
Der Vermieter der Schule, bislang recht uninteressiert an dem Gebäude, wird nun aktiv, nachdem ein Artikel von unserem Projekt mit Erwähnung der Schule in der hiesigen Lokalzeitung veröffentlicht wurde. Auch das verbuchen wir unter Erfolg!
Zuletzt wollte ich noch meiner alten Abistufe danken: Beim 10-jährigen Abitreffen im letzten Monat sind 150€ übrig geblieben, die auf unser Spendenkonto überwiesen wurden. Vielen Dank euch allen, wir werden das Geld hier sinnvoll einsetzen!
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