Dienstag, 29. März 2011

Ich habe von Alice die Nachricht bekommen, dass Rajus Familie nach seinem Tod nicht zur Ruhe kommt. Prijanka, seine Tochter, ist von einem Straßenhund in die Hand gebissen worden. Sie bekam Fieber und fiel in eine Bewusstlosigkeit, so dass wir sie ins Krankenhaus eingewiesen haben. Mittlerweile liegt sie auf der Intensivstation und die Ärzte sagen, dass es sehr ernst ist. Mittels CT Scan wurde ein Blutgerinnsel im Kopf festgestellt, Bakterien haben sich in ihrem Kopf festgesetzt. Sie ist noch immer bewusstlos und wir hoffen alle, dass sie es schafft.

Für die weitere Behandlung von Prijanka sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Falls ihr also helfen möchtet, spendet auf das Spendenkonto, welches rechts angezeigt wird. Jeder noch so kleine Betrag ist herzlich willkommen und hilft uns und damit Prijanka sehr.

Prijankas Bruder Akshay geht es ebenfalls nicht sehr gut. Er ist am Boden zerstört, weil er erst seinen Vater sterben sah und nun seine Schwester im Krankenhaus liegt. Akshay will gar nicht zur Schule, da er ohne seine Schwester nicht ins nächste Schuljahr versetzt werden will. Zu allem Überfluss hat er selbst momentan eine Mandelentzündung und Fieber, wird aber erfolgreich behandelt.


Prijanka und Akshay im Januar 2011

Pallawi, Prijanka und Akshays Mutter, hat stark abgebaut bei all den momentanen Sorgen. Wir haben sie ebenfalls ins Krankenhaus eingewiesen, wo sie nun Aufbauspritzen bekommt. Ausserdem wird ihr CD4- Wert überprüft, um gegebenenfalls eine antiretrovirale Therapie bei ihr zu starten.
Die Zwillinge werden diese Woche noch einmal auf HIV getestet.

Die Verbrennung von Raju verlief im kleinen Kreis, da niemand aus der Nachbarschaft aus Angst vor einer HIV-Ansteckung teilnehmen wollte (die Menschen sind kaum aufgeklärt über den HI Virus und seine Ansteckungswege). Sie kostete 40€, was mehr als einem Monatsgehalt eines Slumbewohners in Pune entspricht und wurd von uns getragen. Vielen Dank allen Spendern, denn so haben wir Rajus Frau wenigstens die Sorge der Bezahlung einer würdigen Verbrennung nehmen können.


Raju mit seiner Familie Anfang 2010


Es gibt aber auch gute Nachrichten aus Pune.
So ist das infizierte Bein des Mannes, von dem ich das letzte Mal berichtet habe, erfolgreich und komplikationslos amputiert worden. Ihm geht es gut und er ist froh ohne Schmerzen leben zu können. In den nächsten Tagen werden die Fäden gezogen und dann bekommt er von uns eine Gehhilfe. Wir denken, dass er in 2-3 Wochen aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Auch in Daund gibt es nur gute Nachrichten.
Die Abschlussprüfungen der Zehntklässler unserer Schule sind geschrieben. Nach den Ferien werden die Mädchen der ehemaligen Klasse 10 eine Schneiderausbildung bei uns beginnen, die Jungs beginnen einen Computerkurs.

Alka Punekar, die Mutter von Shreenad und Laxmi, kämpft weiterhin tapfer, es geht ihr den Umständen entsprechend gut.
Auch die Witwe Mangel und Rama, der Papa von Prachi, Mahesh und Ravindra vertragen die antiretrovirale Therapie gut. Sie gehen normal arbeiten und fühlen sich sehr gut.

Ganesh Darade macht uns etwas Sorgen, weil er seine HIV Medikation nicht einnehmen will. Pfarrer Ajay ist zur Zeit täglich in der Familie und spricht mit ihm über die Notwendigkeit der Medikamente. Seinen beiden Kindern und seiner Frau geht es aber sehr gut.

Auch um Sonu brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Er hat sich in seine neue Familie gut eingelebt und wird nach und nach immer fröhlicher.
Von seinem Bruder Ganesh fehlt aber nach wie vor noch jede Spur..

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