Im September hielt ich bei Mitarbeitern der Firmen Wipro und Telefonica einen Vortrag über Indien und seine Probleme im Allgemeinen und unser Projekt im Speziellen.
Sie erklärten sich bereit regelmäßig Post und Sachspenden nach Pune zu fliegen. Auch erhielten wir neue Daueraufträge, so dass wir in der Lage sind zwei neue Familien in unser Programm aufzunehmen:
Zum Einen werden wir uns ab sofort um Anita, eine junge Frau, kümmern. Sie ist angestellt als Hausmädchen, aber das Gehalt reicht kaum aus, um sich und ihren 6-jährigen Sohn zu versorgen. Während ihrer Schwangerschaft erkrankte sie an Typhus, weshalb ihr Sohn auf einem Auge blind und geistig behindert ist. Wir werden uns nach einer Schule für ihn umsehen und diese bezahlen.

Anita und ihr Sohn
Weiter werden wir ab sofort Lalita unterstützen, die auf tragische Weise Eltern und Bruder verloren hat und der die Diagnose Knochenkrebs gestellt worden ist.
Ulfat Shaikh, der Mann dem ein Bein amputiert werden musste, hat mit unserer Hilfe einen Chicken Shop eröffnet und verkauft von nun an frisches Fleisch in Daund.
Allerdings gibt es auch wieder Trauriges zu berichten:
Ritu, Alice' Nichte, ist in ihrem Slum von ein paar Männern angegriffen worden und nur knapp einer Vergewaltigung entkommen. Sie kann zur Zeit nicht zur Schule gehen, sondern muss erst einmal wieder genesen.
Alka, die Mama von Shreenad und Laxmi, ist vor drei Wochen gestorben.. Alice war in ihren letzten Tagen und auch kurz nach ihrem Tod für jeweils einige Tage bei der Familie und hat Trost gespendet und alle notwendigen Dinge in die Wege geleitet.
Es tut mir unendlich leid für Alkas Kinder, doch bin ich auch irgendwie froh, dass Alka nun nicht mehr leiden muss. Sie hat das letzte Jahr so viel ertragen müssen und niemand hat geglaubt, dass sie noch so lange durchhält. In ihren letzten Tagen hat sie nur noch gebrochen, hatte Durchfall und furchtbare Krämpfe, so dass der Tod eine Erlösung für sie war..
Wir sind für ihre Beerdigung aufgekommen, wissen die Kinder sicher bei ihren Großeltern, werden sie weiterhin monatlich besuchen.

Alka (rechts) kurz vor ihrem Tod
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